Vom Herztag in die Notaufnahme Großes Interesse an neuem Informationsangebot des Hetzelstifts - Ein Besucher wird nach Ultraschalluntersuchung eingewiesen „Sehr erfreut über den riesigen Zuspruch" zeigte sich am Samstag Dr. Hubertus von Korn, Chefarzt der Medizinischen Klinik I im Hetzelstift, bei den „1. Neustadter Herztagen". Die Premiere wurde so gut angenommen, dass die Veranstaltung „in Zukunft eine feste Einrichtung werden soll", so der Kardiologe.
Waren schon am Freitag die Vorträge „Das begehbare Herz" laut von Korn gut besucht, verlief der Samstag „einfach blendend". Kleinere Gäste vergnügten sich vor den Zelten bei der Kinderbetreuung, zahlreiche Jugendliche und Erwachsene bis ins hohe Alter hörten den Vorträgen zu. An einem großen Stand in der Sonne informierte das Deutsche Rote Kreuz über seine Arbeit und Angebote. Im Mittelpunkt des zweiten Zeltes aber wartete der größte Anziehungspunkt: das begehbare Herz. Davor hatten die Organisationen freilich die Küche aufgebaut. Deren Angebot konnte kaum jemand widerstehen. So ließen sich die meisten Besucher erst einmal ein - ohne viel Fett und Fleisch - herzfreundliches mediterranes Essen auf die Teller füllen und begutachteten das über vier Meter hohe Herz-Modell vom Tisch aus. Um dieses herum informierten Partner der Medizinischen Klinik I. Bei der Deutschen Herzstiftung etwa holten sich die Besucher Informationsmaterial „vor allem zu den Themen, die in den Vorträgen zur Sprache kamen", so der ehrenamtliche Beauftragte Karl-Heinz Henig: „Broschüren über Herz-Rhythmus-Störungen, über Bluthochdruck, Cholesterin und Ernährung".
Bei einer simulierten Herzkatheter-Untersuchung stellte so mancher fest, dass es gar nicht so einfach ist, durch die Adern das Herz anzusteuern, andere Besucher ließen sich Blutdruck und Blutzucker messen, hörten ihr Herz mit dem Stethoskop ab und warteten vor dem Ultraschallgerät, das auch Auskunft über die Funktion der Herzklappen gibt. Schon am Freitag, so die Fachärztin Stefanie Bodenseh, hätten über 100 Menschen dieses Angebot wahrgenommen, am Samstag war diese Zahl schon gegen Mittag erreicht. Einigen wenigen sei nach der Untersuchung empfohlen worden, zum Hausarzt zu gehen, einen habe man direkt in die Notaufnahme des Hetzelstifts geschickt.
Den größten Andrang aber erlebte das begehbare Herz. Die Gäste schlichen darum herum, betasteten es vorsichtig, spähten hinein und warteten auf die nächsten Führungen. Stündlich waren diese geplant, doch ob des großen Interesses verkürzte am Samstag der Kardiologe Dr. Kamalesh Chakraborty die Intervalle. Mit Engelsgeduld beantwortete er Fragen, immer wieder erklärte er die Leistung des Herzens: 60 bis 70 Mal in der Minute, „manchmal 100 Jahre lang", pumpt es mit Sauerstoff angereichertes Blut aus der Lunge in den Körper und gibt verbrauchtes Blut an die Lunge zur Reinigung weiter - „ein Wunder der Natur", kommentierte er. (hjm)
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