Viel Bewegung tut auch der Leber gut Expertentelefon: Anrufer holen bei Medizinern Rat Achtung, Fuchsbandwurm! In der Pfalz ist der Parasit, der Leber und Lunge befallen kann, durchaus ein Thema, hat Hetzelstift-Chirurg Wilhelm Bauer auch gestern Abend wieder erlebt. Bauer hat zusammen mit seinem Chefarzt-Kollegen Stefan Grüne am Expertentelefon von Hetzelstift und RHEINPFALZ Fragen zu Leberproblemen beantwortet.
Knapp 40 Anrufer nutzten die Gelegenheit, zusätzlich zu Grünes regulärer Leber-Sprechstunde Informationen einzuholen.
Bauer hatte in den vergangenen siebeneinhalb Jahren am Hetzelstift drei Patienten mit Fuchsbandwurm-Zysten in der Leber. Bei seinem gestrigen Anrufer, einem leidenschaftlichen Heidelbeer-Sammler, steht dieser Befund aber keineswegs fest; der Mann sei von seiner besorgten Familie gedrängt worden, sich zu informieren. „Gründlich waschen" ist das Mindeste, was Bauer Heidelbeer-Sammlern rät, besser ist Abkochen. Bandwurmzysten könnten operiert werden; dies sei aber eine anspruchsvolle Operation, die von einer Chemotherapie begleitet werden müsse.
Er berichtete auch von einer Anruferin, die nach Gebärmutterkrebs nun Lebermetastasen habe. Das sei sehr selten, komme aber leider vor, so Bauer, der das in einem solchen Fall übliche Vorgehen erläuterte. Nur Dankeschön sagen wollte eine Anruferin, der es nach Entfernung von Metastasen in der Leber vor einigen Jahren heute sehr gut gehe. Tendenziell eher Entwarnung gab Bauer einem 60-Jährigen, bei dem ein Blutschwamm auf der Leber entdeckt worden ist. „Ein Zufallsfund, wie er beim Ultraschall gemacht wird", sagt Bauer. Meist sei keine operative Entfernung erforderlich.
Grüne hat abermals registriert, was für Expertentelefone typisch ist: „Es rufen oft Frauen an, die sich um ihre Männer Sorgen machen." In einem Fall ging es indes um die Kinder, die alle erhöhte Leberwerte hätten. Das solle man abklären, riet Grüne, denn es gebe Erkrankungen wie die Hämochromatose, bei denen es genetisch bedingte Häufungen gebe.
Mehrere Anrufer berichteten von Leberverfettungen und was sie dagegen tun könnten. Wenn diese nicht durch Alkohol ausgelöst worden seien, so Grüne, sei Abhilfe vergleichsweise einfach: „Eine geringe Gewichtsreduktion hilft. Dabei muss keineswegs das Normalgewicht erreicht werden." Er rät zu mehr Bewegung: „Schon eine halbe Stunde täglich bringt ungeheuer viel." Das gelte auch beim „metabolischen Syndrom", also der Kombination von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Leberwerten. Da müsse aber auch die Ursache abgeklärt werden. Meist sei es Übergewicht, aber auch bösartige Dinge kämen in Frage.
Wieder andere Anrufer erkundigten sich nach der Behandlung chronischer Hepatitiserkrankungen und möglichen Nebenwirkungen. In einem Fall, bei dem die Erkrankung bereits seit 30 Jahren ohne weitere Probleme bestehe, sei keine Therapie erforderlich, versicherte Grüne. (boe)
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