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Mehr Technik, weniger Schmerz

„Tag der offenen Tür" am Samstag in der Urologie des Krankenhauses Hetzelstift


Zu einem Tag der offenen Tür lädt am Samstag, 11. September, ab 10 Uhr die Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie am Krankenhaus Hetzelstift ein. Die Besucher haben die Möglichkeit, an Kurzvorträgen teilzunehmen, sich durch die urologische Ambulanz und das überdimensionale Modell einer Prostata führen zu lassen. Sie können an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen und den Umgang mit modernen urologischen Simulationsgeräten ausprobieren.


Den Menschen die Angst vor dem Gang zum Urologen zu nehmen, ist eins der Ziele der Veranstaltung. Rund 70 Prozent seiner Patienten sind Männer, 30 Prozent Frauen, sagt Chefarzt Mathias Löbelenz. Sie leiden zum Beispiel an Blasen- und Nierensteinen. Frauen ab 40 Jahren seien, bedingt durch Geburten, die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren, aber auch Gewebeschwäche von Inkontinenz betroffen - ein Leiden, das Männer in der Regel erst ab 60 Jahren durch eine sich vergrößernde Prostata oder nach einer Prostataoperation betreffe.


„Urologen haben bundesweit die meisten Tumorpatienten, sie behandeln 30 Prozent aller Krebserkrankungen', erläutert Löbelenz. Bundesweit 60.000 Prostatakarzinome machen dieses Leiden zur „häufigsten Krebserkrankung überhaupt". Werde dieses Karzinom rechtzeitig erkannt, „kann es sogar ohne Operation behandelt werden", ergänzt Facharzt Sun-Tscheol Kwon. Wenn tatsächlich operiert werden müsse, seien die Eingriffe dank modernster Geräte und Instrumente inzwischen so schonend, „dass in vielen Fällen sogar die Potenz erhalten bleibt".


Mit modernen Geräten, „die so flexibel sind wie eine Schlange und sich um 270 Grad abknicken lassen", so Löbelenz, „können Untersuchungen heute schmerzfrei erfolgen". Für Operationen mit Schlüssellochtechnik sind lediglich drei kleine Schnitte nötig. Das gilt beispielsweise auch für die Entfernung von Harnsteinen, die ebenfalls endoskopisch über die Harnblase entfernt oder mit der Stoßwellentherapie zertrümmert werden können. Ganz wichtig, betonen Löbelenz und Kwon, sei die frühe Erkennung von Krankheiten. Trotz aller Aufklärungskampagnen würden nur 18 Prozent der Männer über 45 Jahren die ab diesem Alter jährlich gestattete Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Die Mediziner empfehlen sie sogar ab dem 40. Lebensjahr. (hjm)


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.208
Datum: Mittwoch, den 08. September 2010
Seite: Nr.16
"Deep-Link"-Referenznummer: '6776264'
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