Hospizlichkeit und Pallitive Care

Folgende Grundprinzipien sind Maßgabe der Arbeit des Franziskus-Hospiz Hochdahl:

  • Sterben gehört zum Leben. Der kranke Mensch und ihm vertraute Personen stehen im Mittelpunkt des hospizlichen Handelns. Den Menschen auch in der Lebenszeit seines Sterbens ganzheitlich zu sehen und möglichst allen seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist das oberste Prinzip der Hospizarbeit.

  • Das Franziskus-Hospiz Hochdahl ist von einem christlichen Gottes- und Menschenbild geprägt. Daraus erwachsen das Engagement für den Nächsten und der bewusste Umgang mit Grenzen, die Achtung der Würde, der Individualität und der Unverfügbarkeit des Menschen sowie die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

  • Die persönlichen Lebensauffassungen aller Hilfesuchenden zu achten, ist Ausdruck der christlichen Prägung des Franziskus-Hospiz Hochdahl.

  • Das Franziskus-Hospiz nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung im Sinne der Hospizidee wahr; es trägt dazu bei, dass die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod zu einem akzeptierten Bestandteil des Lebens in der Bevölkerung wird.

Palliative Care in den Hospizdiensten:

In allen Hospizdiensten ist Palliative Care Grundlage des Handelns. In der Fachsprache wird der Begriff "Palliative Care" verwendet für die besondere Art der ganzheitlichen Pflege von Menschen, die dann notwendig wird, wenn keine kurative (auf Heilung ausgerichtete) Behandlung und Pflege mehr möglich sind.

Palliative Care setzt für hauptamtliche Mitarbeiter eine Zusatzqualifikation voraus. Palliative Care ist gekennzeichnet durch eine umfassende, partnerschaftliche Zusammenarbeit von unterschiedlichen Berufsgruppen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Für dieses "Team" ist die menschliche Zuwendung zu allen von der schweren Erkrankung betroffenen Menschen selbstverständlich. Deshalb ergänzen sich Beratung, Pflege und Begleitung.

Psychische, psychosoziale (seelische und soziale Anteile in ihren Wechselbeziehungen) und spirituelle (geistige und religiöse) Fragen sollen bei dieser Sicht von Pflege ihren eigenständigen Raum haben. Palliative Care ist ganzheitliche Pflege.

Im Hospizteam arbeiten Ärzte, ehrenamtliche Helfer, eine Seelsorgerin, eine Sozialpädagogin und verschiedene Therapeuten (Kunsttherapie, Musiktherapie, Pysiotherapie) mit den fachkompetenten Pflegekräften zusammen. Allen gemeinsam ist das Anliegen, Kranke und Sterbende darin zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zum Tod zu führen. Ebenso gilt die Aufmerksamkeit des Hospizteams den Nahestehenden. Zu unserem Auftrag gehören neben kompetenter Pflege und Therapie das Gespräch - zum Beispiel über Ängste, über religiöse Fragen, über Dinge, die noch zu regeln sind - und auch, wo möglich, die Unterstützung bei der Regelung von Angelegenheiten des täglichen Lebens.

Palliative Care umfasst für die Krankenpflege relevante Kenntnisse in Schmerztherapie und Symptomkontrolle, also die Wahrnehmung, Überwachung und Behandlung aller durch die Erkrankung und die Medikamente auftretenden Symptome. Neben den körperlichen Beschwerden sollen auch die psycho-sozialen und geistig-religiösen Faktoren von Schmerzen in den Blick kommen, um den Kreislauf von Angst, Schmerz, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Depression und sozialer Isolation und Verstärkung des Schmerzes zu durchbrechen.

Die Einnahme von Schmerzmedikamenten kann mit Nebenwirkungen einhergehen; dabei stehen Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund. Solche Nebenwirkungen können durch geeignete Maßnahmen weitgehend verhindert und behandelt werden.

Palliative-Care-Fachkräfte stehen mit ihren speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in solchen Fragen den Betroffenen fachkundig zur Seite. Aber auch über die Ängste im Umgang mit Morphinen werden Palliative-Care-Fachkräfte selbstverständlich mit den Betroffenen (Kranken und Nahestehenden) sprechen.

Zusammen mit dem Arzt wird ein - auf die individuellen Notwendigkeiten des Kranken abgestimmter - Schmerztherapieplan erstellt. Gegebenenfalls zeigen die Pflegekräfte dem Kranken, wie er ein Schmerztagebuch führen kann, damit sie auf seine Bedürfnisse gut eingehen können.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospiz-Teams lassen die Angehörigen und Nahestehenden auch nach dem Tod des Kranken nicht allein: Sie unterstützen bei der Versorgung des Toten und begleiten auf Wunsch und nach Möglichkeit auch auf dem Weg der Trauer.

 

Aufgaben von Palliative Care im Überblick

  • Grundpflege
  • Mitwirken bei der Einleitung und Überwachung ärztlich verantworteter Schmerztherapie
  • Anregen und Umsetzen vorbeugender Maßnahmen bei krankheits- und therapiebedingten Komplikationen (Schwierigkeiten wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Blutung, Verwirrtheit und Angst)
  • Überwachen der Dosierung und Verabreichen von Medikamenten
  • Kontrollieren intravenöser (in die Blutbahn gehender) und periduraler (rückenmarksnah gelegter) Zugänge
  • Überwachen notwendiger apparativer palliativ-medizinischer Maßnahmen (wie z.B. sog. künstlicher Ernährung)
  • Versorgen bei Atemstörungen und Atemnot
  • Umfassende Behandlung exulzerierender (nach außen aufbrechender) Tumore
  • Beratung, Anleitung und Begleitung von Kranken und Sterbenden, Angehörigen und anderen Pflegenden bei der Umsetzung palliativer Maßnahmen
  • Begleitung über den Tod hinaus, wenn Hinterbliebene das wünschen