Was ist HistoScanning?

HistoScanning ist ein noch modernes Verfahren zur Darstellung von Tumorherden in der Prostata. Dieses  neue Bildgebungsverfahren hilft computerunterstützt Bereiche im Inneren der Prostata zu identifizieren, deren Struktur sich verdächtig vom umgebenden Gewebe unterscheidet, was üblicherweise nicht vom menschlichen Auge erfasst werden kann.

Wie funktioniert HistoScanning?

Während einer normalen transrektalen Ultraschalluntersuchung wird ein hochauflösendes, dreidimensionales (3D) Bild Ihrer Prostata aufgezeichnet. Dazu wird eine dünne Ultraschallsonde in Ihren Enddarm eingeführt. Die Sonde wird mit einem Motor verbunden, der die Sonde während der Aufnahme langsam dreht. Die Aufnahmen werden von dem Ultraschallgerät an das HistoScanning System übertragen. Das HistoScanning System besteht aus einem sehr leistungsstarken Computer mit einer patentierten Software, die speziell zur Identifizierung der suspekten Bereiche in der Prostata entwickelt wurde und sich an pathologisch gesicherten Vergleichsuntersuchungen orientiert. Diese auffälligen Bereiche werden dann farbig dargestellt. Zusätzlich erfolgt eine drei-dimensionale Darstellung der Prostata mit der exakten räumlichen Lage der suspekten Bezirke.

Vor und während der HistoScanning Untersuchung

Vor der Untersuchung sollten sie Darm und Blase soweit wie möglich entleeren. Hierzu erhalten Sie beim Vorgespräch ein kleines Klistier, das Sie 1-2 Stunden vor der Untersuchung anwenden sollten. Wir wissen aus Erfahrung, dass die beste Bildqualität erzielt wird, wenn Blase und Enddarm leer sind.

Zur Untersuchung liegen Sie auf einer Untersuchungsliege. Der Untersuchungsvorgang ist nahezu schmerzlos, da eine lokale Betäubung durch eine Salbe vorgeschaltet wird. Es ist sehr wichtig, dass Sie während der 45 Sekunden dauernden Ultraschallaufnahme still liegen, die Muskeln im Beckenbereich entspannen und nicht sprechen.

 

Was kann HistoScanning? 

Es kann eine sehr exakte Aussage über Größe und Lokalisation sowie eventueller Organüberschreitung des Tumors getroffen werden. Zusätzlich werden die Daten so aufbereitet, dass eine anschauliche 3D Grafik erstellt wird. Damit wird die räumliche Zuordnung der vermuteten Tumorareale in der Prostata optimal dargestellt, was eine zielgerichtete Biopsie ermöglicht.

Was ist der Vorteil von HistoScanning?

Den Studien von Braeckman et al. (BJUI, 2007 und 2008) zufolge ermöglicht Prostata-HistoScanning die Identifizierung und Charakterisierung von bösartigen Tumorherden. In den oben genannten Studien war eine nahezu 100%ige Übereinstimmung der Ergebnisse von HistoScanning mit den Ergebnissen der anschließenden feingeweblichen Untersuchung des Prostatagewebes.


Somit ergeben sich bemerkenswerte Vorteile:

  • Eine eventuell unnötige Prostatabiopsie kann unter Umständen vermieden werden.
  • Ergibt sich im HistoScanning ein auffälliger Befund, kann dieser anschließend zielgerichtet biopsiert werden. Somit erhöht sich bei der Biopsie die Wahrscheinlichkeit, die tumorverdächtigen Areale zu treffen. Folgebiopsien können damit vermindert werden.
  • Die lokale Tumorausdehnung kann besser beurteilt werden und damit das weitere therapeutische Vorgehen (z.B. Schonung der für die Erektion verantwortlichen Nerven!) beeinflussen.


Wie ist der Ablauf?

Zunächst erfolgt ein ausgiebiges Gespräch über die Gesamtsituation, wie bei einer normalen Erstuntersuchung. Danach wird das Verfahren im Detail besprochen. Es wird ein Termin zum HistoScanning und zur Besprechung der Ergebnisse vereinbart. Bei dieser Besprechung sollten Sie alle für uns relevanten Befunde wie Medikamenteneinnahme, urologische Vorgeschichte, PSA Werte sowie eventuell vorhandene Vorbiopsien bereithalten.

Die Auswertung erfolgt in einem aufwendigen Verfahren. Das Ergebnis werden wir mit Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt besprechen. HistoScanning ist eine Selbstzahlerleistung. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser Untersuchung im Allgemeinen nach Antrag.

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