Die "Willkomm" im STADTANZEIGER

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Gemeinsam mit der Willkomm-Gemeinschaft Neustadt an der Weinstraße berichtet der Stadtanzeiger über Aktivitäten in Neustadt. Heute stellt sich Heinz Gerdes, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Hetzelstift, den Fragen von Stadtanzeiger-Redakteur Harald Schönig:

??? Herr Gerdes, Sie sind Manager des größten Unternehmensder Gesundheitsbranche in Neustadt an der Weinstraße, nämlich des Hetzelstifts. Welche Bedeutung hat denn der Gesundheitssektor für die örtliche und regionale Wirtschaft.

Heinz Gerdes: Nach den Erhebungen der Landesregierung sind der Rheinpfalz ca. 34.800 und in Neustadt an der Weinstraße runf 2.800 Personen sozialversicherungspflichtig in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Als Mittelzentrum versorgt Neustadt nicht nur seine gut 56.000 Einwohner, sondern auch das Umland mit der ganzen Palette qualifizierter Gesundheitsdiensleistungen. Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft wird für die Rheinpfalz auf cs. 1,6 Mrd Euro pro Jahr geschätzt. Genaue Zahlen für Neustadt liegen uns nicht vor. Klar ist aberanhand der Vielzahl der Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapeuten und der Größe und Ausstattung des örtlichen Krankenhauses, also des Hetzelstifts, dass die Gesundheitswirtschaft einer der Sektoren ist, welche die Stärken der industriearmen Stadt Neustadt ausmachen.

??? Worin sehen Sie die Bedeutung des Hetzelstifts für den Gesundheitsstandort Neustadt?

Heinz Gerdes: Wir betgreiben zur Zeit 371 Betten und Beschäftigen rund 800 Mitarbeiter/innen, die in acht Kliniken und einem ambulanten Pflegedienst täglich Leistungen für die Patienten erbringen. Der Beitrag unseres Hauses zur Gesamtleistung des Wirtschaftsstandorts Neustadt besteht u. a. in der bereitstellung der Arbeits- und Ausbildungsplätze, der Kaufkraft der Mitarbeiter; unsre Lohnsumme für 2009 betrug ca. 27 Millionen Euro und Besucher, der Sicherung der Attraktivität der Stadt als Wohnort und Unternehmensstandort; Vergabe von Investitionsmittel und der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen, wie z.B. mit Alten- und Pflegeheimen.

??? Die Zahlen zeigen, dass das Krankenhaus Hetzelstift auch ein großer Ausbildungsbetrieb ist. Für welche Berufe bilden Sie denn junge Leute aus?

Heinz Gerdes: Das ist eine große Bandbreite von Berufsbildern. Allein unsere Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe bietet derzeit 140 Ausbildungsplätze, zu OTAs (Operationstechnischen AssistentInnen) werden weitere 45 junge Leute ausgebildet, in Fachweiterbildungen für die Intensivmedizin und OP werden zur Zeit 21 MitarbeiterInnen weitergebildet. Dabei stehen unsere Fortbildungskurse auch externen Teilnehmern anderer Krankenhäuser offen. Dazu kommen noch Auszubildende in kaufmännischen Berufen.

??? Welche veränderungen sind in den nächsten Jahren zu erwarten, auf welche Trends muss sich ein Krankenhaus wie das Hetzelstift einstellen?

Heinz Gerdes: Zu untscheiden sind drei Bereiche, die unsere Rahmenbedingungen maßgeblich prägen und auf Trends wir uns frühzeitug einstellen müssen, um am Markt Anschluss zu halten: Der demografische Wandel, der wirtschaftliche Wandel und der medizinisch-technische Fortschritt. Wir analysieren die Trends, passen unsere Strategie kontinuierlich an und haben bei all dem die wirtschaftliche Kraft und das Know-How der Marienhaus-GmbH mit ca. 12.500 Mitarbeitern im Rücken.

??? Wie würden Sie die Wettbewerbslage beschreiben, der das Hetzelstift sich stellen muss?

Heinz Gerdes: Es gibt den Wettbewerb der Unternehmen aber auch den Wettbewerb der Standorte. Die Wirtschaftskriese sowie die daraus resultierenden geringeren Mittel zur Sozialversicherung verschärfen den Wettbewerb im Gesundheitssektor rapide. Und wie jeder Anbieter müssen wir unser Leistungsprofil ständig dem veränderten Bedarf, z. B. der demographischen Entwicklung bzw. der Entwicklung der sog. "Zivilisationskrankheiten" anpassgestellen. Unsere Wettbewerbsstärkenals Krankenhaus sehen wir vorallem in der Qualifikation des Fachpersonals, in der konsequenten Qualitätssicherung (wir wurden im vergangenen Jahr erfolgreich als Gesamthaus erfolgreich rezertifiziert bzw. darüber hinaus einzelne Abteilungen nochmals speziell zertifiziert), und in der engen Verbindung mit dem Standort.

??? Ihr Haus arbeitet aktiv im Stadtmarketing Neustadt mit. Was ist nach Ihrer Wahrnehmung das Besondere am hiesigen Stadtmarketing?

Heinz Gerdes:Das Besondere ist aus meiner Sicht die ganzheitliche Konzeption des Neustadter Stadtmarketings, die alle Branchen umfasst und das wirtschaftliche Netzwerk Neustadt zur Wirkuhg bringt. Es gibt wohl kaum einen Gewerbeverein, der wie die Willkomm-Gemeinschaft Neustadt das örtliche Ärztenetz und das Deutsche rote Kreuz zu seinen Mitgliedern zählen kann. Was die Landesregierung mit der Initiative gesundheitswirtschaft Rheiland-Pfalz versucht, wird in Neustadt auf lokaler Ebene schon erfolgreich prakiziert.

??? worin besteht den der Nutzen, denn Sie als Teil eines überregional  wirtschaftenden Konzerns aus diesen Lokalen Gemeinschaftsaktivitäten ziehen?

Heinz Gerdes: Dabei geht es um den Wettbewerb der Standorte. Für jeden Anbieter einer Leistung ist es wichtig, für ein gutes Image zu sorgen, also eine gute, vorallem glaubwürdige Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Und er muss für sein Leistungsangebot in den entsprechenden Zielgruppen werben und bei neuen Angeboten für den raschen Aufbau eines hohen Bekanntheitsgrades sorgen. Dafür bieten uns die Strukturen, Projekte und Kommunikationsmedien des Stadtmarketings ideale Voraussetzungen. Durch die Einbindung in die Gremien, Arbeitsgruppen und Prozesse ist auch sichergestellt, dass die Informationswege kurz sind. Das bewährt sich gerade wieder bei der Vorbereitung der ersten Neustadter Herztage am 16. und 17. April.