Diagnostische Verfahren

Das Wort „Diagnose“ stammt aus dem Griechischen und meint die Unterscheidung von Krankheitsbildern, um den richtigen Behandlungsweg einschlagen zu können.

Gerade an den Gelenken gibt es eine große Anzahl von Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden wie Arthrose verursachen. In einer detaillierten ärztlichen Untersuchung müssen diese Erkrankungen genau voneinander abgegrenzt werden, da sie unterschiedliche Therapien fordern. Wenn Sie Ihren Arzt mit Gelenkbeschwerden aufsuchen, wird er Ihnen eine Reihe gezielter Fragen stellen, um den bisherigen Verlauf Ihrer Krankheit zu erfahren und sich ein genaues Bild von Ihren Beschwerden machen zu können (Anamnese).

Bei einer körperlichen Untersuchung wird im Anschluss festgestellt, inwieweit die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes eingeschränkt ist. Das Gelenk und die umliegende Muskulatur werden auf Schmerzhaftigkeit untersucht, es wird geprüft, ob das Gelenk geschwollen oder erwärmt ist und ob die Gelenkbänder noch stabil sind.

Liegen Anzeichen für eine Arthrose vor, nehmen wir eine Reihe von modernen diagnostischen Verfahren zur Hilfe, mit der wir Ihre Erkrankung exakt erkennen und beurteilen können, bei gleichzeitig geringer Belastung für den Patienten.

Schwerpunkt der Funktionsdiagnostik sind die bildgebenden Verfahren:

  • Das Röntgenbild ist das wichtigste Untersuchungsverfahren zur Diagnose einer Gelenkveränderung. Das zu untersuchende Gewebe wird zwischen Röntgenröhre und Röntgenfilm positioniert. Die Röntgenstrahlung, die durch das Gewebe tritt, schwärzt den Röntgenfilm. Dabei ergeben sich durch die unterschiedliche Strahlenabsorption im Gewebe natürliche Kontraste. Weiches Gewebe wie Fett, Muskeln und Sehnen absorbiert wenig Strahlung und ist deshalb nicht zu sehen. Hartes Gewebe wie Knochen absorbiert dagegen viel Strahlung und hinterlässt dadurch einen weißen Schatten auf dem Röntgenbild.Zur Untersuchung von Gelenkerkrankungen ist das Röntgenbild eine sehr wichtige Untersuchung. Typisches Arthrosezeichen ist ein verschmälerter Gelenkspalt. Der Knorpel ist strahlendurchlässig, so dass er als Spalt zwischen beiden Gelenkanteilen erscheint. Während der Gelenkspalt bei einem gesunden Gelenk gleichmäßig und großzügig ausgeformt ist, ist er beim abgenutzten Gelenk deutlich schmaler oder ganz verschwunden. Bei fortgeschrittener Arthrose sind Formveränderungen des Gelenkes zu erkennen.
  • Mit der Ultraschall-Diagnostik (Sonographie) steht eine unschädliche und schnelle Untersuchungsmethode zur Verfügung, die bei Abklärung bestimmter Gelenk- oder auch Weichteilerkrankungen (wie z.B. Sehnenverletzungen) zum Einsatz kommt.
    Die Sonographie beruht auf dem Echoprinzip. Ein gerichteter Ultraschall wird ausgesandt und von den Schichten des Körpers mehr oder weniger stark reflektiert. Durch die Laufzeiten des reflektierten Signals kann die Tiefe der reflektierten Körperstruktur bildlich dargestellt werden. Dies geschieht dreidimensional. Die verschiedenen Körperstrukturen heben sich in unterschiedlichen Graustufen voneinander ab.
  • Computertomographie (CT): Bei der CT werden Röntgenstrahlen gleich von mehreren Detektoren aufgezeichnet. Der Vergleich der gemessenen und ausgesendeten Strahlen gibt Informationen über das untersuchte Gewebe. Der Computer erstellt aus diesen Informationen Schnittbilder. Verschiedene Elemente wie Luft, Wasser, Knochen etc. bilden sich in diesen Bildern mit verschiedenen Graustufen ab, so dass man sie voneinander unterscheiden kann. Die CT bildet Knochenschädigungen besonders deutlich ab.
  • Die Magnetresonanztomographie (MRT) oder auch Kernspintomographie erstellt wie die Computertomographie Schnittbilder, allerdings ohne Röntgenstrahlen einzusetzen. Stattdessen werden die Bilder über den Einsatz eines Magnetfeldes erzeugt.
    Der menschliche Körper besteht aufgrund des reichlichen Vorhandenseins von Wasserstoffprotonen aus zahllosen biologischen Magneten. Die MRT kann messen, wann wo welche Energie im Körper abgegeben wird und rechnet dies in Schnittbilder um. Strukturen im Gelenkinneren wie Knorpel und Bänder, die sonst nicht direkt abzubilden sind, zeigt die MRT außergewöhnlich gut und ist damit eine wertvolle Methode, wenn Röntgenbilder und Laborwerte zur Diagnose nicht ausreichen. Die MRT kann besonders gut das Weichteilgewebe abbilden und findet u.a. bei Verdacht auf Knorpelschäden, Meniskusschäden oder Bänderriss sowie Schulter- und auch sonstige Gelenkerkrankungen ihren Einsatz. Auch bestimmte Knochenerkrankungen und Entzündungen können durch die MRT diagnostiziert werden.

Neben den bildgebenden Verfahren sind bei Arthrosen, die als Folgeerscheinung entzündlicher Erkrankungen wie Rheuma auftreten, zusätzlich auch Laboruntersuchungen von Blut und Urin erforderlich.

Im stationären Bereich spielen darüber hinaus invasive Verfahren wie diagnostische Arthroskopien („Gelenkspiegelungen“) und diagnostische Testinfiltrationen eine bedeutende Rolle bei der Planung weiterer Therapieschritte und größerer operativer Eingriffe.